Zerspanungs A-Z 2017-09-20T15:18:03+00:00

Werkzeugspannung

Mit der Wahl des richtigen Werkzeugspannsystems lassen sich selbst instabile Zerspan-Bearbeitungen prozesssicher ausführen. Einige der nennenswertesten rotierenden Typen sind Schrumpffutter, Weldon Aufnahmen, Hydrodehnspannfutter und Spannzangensysteme.

Während sich Schrumpffutter meist durch eine gute Zugänglichkeit am Werkstück und einer guten Rundlaufgenauigkeit durch den vollständig rotationssymmetrischen Aufbau auszeichnen bieten Weldon Aufnahmen eine sichere Aufnahme von axialen Kräften. Das Werkzeug lässt sich durch die radiale Klemmung auch nicht bei starker Schruppbearbeitung aus der Aufnahme ziehen.

Hydrodehnspannfutter und einpressbare Spannzangenaufnahmen werden auf Grund ihrer vibrationsdämpfenden Eigenschaften sowie der radialen Kraftaufnahme gleichermaßen in Schrupp- und Schlichtbearbeitungen eingesetzt.

Die Schnittstelle zwischen Werkzeugaufnahme und Maschine wird ihrerseits in weitere Systeme unterteilt. Die am häufigsten verwendeten sind HSK, SK, MAS-BT und Capto. Vor allem HSK- und Capto Aufnahmen finden in der Zerspanung immer häufiger an Verwendung, da sie sich insbesondere für die Bearbeitung auf Dreh-Fräsmaschinen sehr gut eignen. Hierzu sind die Mitnehmer-Nuten an der HSK Aufnahme, die eine gute Drehmoment Übergabe ermöglichen, nennenswert sowie die Capto Aufnahmen deren polygonförmige Konstruktion besonders verwindungssteif ist. Dies wirkt sich vor allem bei Drehoperationen mit rotierenden Werkzeugaufnahmen positiv aus.

Schruppen

In der Zerspanung versteht man unter der Schruppbearbeitung das grobe Bearbeiten der finalen Bauteilform.

Dabei wird das Werkstück bis auf ein zusätzliches Aufmaß von 0,05-0,3mm fertig bearbeitet.

Dieses wird für die nachfolgende Schlichtbearbeitung benötigt.

Beim Schruppen wird der Großteil des Zerspanungsvolumens vom Bauteil abgetragen.

Durch die Verwendung einer optimal ausgelegten Schruppstrategie, lassen sich für Serienbauteile hohe zeitliche Nutzen erwirtschaften.

Schlichten

Bei der Schlichtbearbeitung wird das durch die Schruppbearbeitung gewollte Werkstückaufmaß abgetragen. Hierbei werden zwei unterschiedliche Arten des Schlichtens beachtet.

Das Vorschlichten und das Feinschlichten. Wird ein stark abrasiver Werkstoff zerspant und hohe Werkstücktoleranzen gefordert, empfiehlt es sich nach dem Schruppen bzw. vor dem Feinschlichten ein Vorschlicht-Bahn zu fahren bei der entweder schon auf Endmaß gearbeitet wird oder noch ein minimalstes Aufmaß von wenigen hundertstel Millimeter aufstehen bleibt.

Werden gut zerspanbare Werkstoffe bearbeitet erfolgt nach dem Schruppen unmittelbar das Feinschlichten. Mehrere Leerschnitte werden hierbei häufig in Bezug auf Maßhaltigkeit und Oberflächengüte eingesetzt.